Auf einem beigen Schreibtisch liegt ein Smartphone, auf dem ein Podcast zu sehen ist, neben einem Notizblock mit der Aufschrift „PODCAST“, Kopfhörern, einer Tasse Kaffee und einem Laptop – die perfekte Grundausstattung für Ihre Podcast-Reise. In der rechten unteren Ecke steht „MICRO AUDIO SYMPOSIUM“.

Guter Podcastgast werden: So stärkst du deinen Expertenstatus

Ein guter Podcastgast bereitet Kernthema, Technik und zwei bis drei konkrete Beispiele vor, kennt den Podcast und beantwortet Fragen klar und natürlich. Wichtig: Vorher immer klären, ob Audio, Video oder beides aufgenommen wird.

Sei ein guter Podcastgast:
Warum die meisten Interviewgäste ihren Expertenstatus selbst verspielen

Du wurdest zu einem Podcast eingeladen und fragst dich, wie du dich vorbereitest?

Zuerst einmal: Hab den Mut, du selbst zu bleiben. Dann sind es nur noch ein paar Kleinigkeiten. In diesem Artikel bekommst du die konkreten Schritte dafür plus die eine Frage, die ich selbst einmal vergessen habe und die mir seitdem nicht mehr passiert.

Stell die eine Frage, die ich einmal vergessen habe.

Ich wurde vor einiger Zeit zu einem Interview eingeladen. Als ich in den Zoom-Raum kam, wurde mir gesagt, dass auch das Video verwendet wird. Darauf war ich nicht wirklich vorbereitet.

Ein kurzer Moment der Panik (zum Glück war ich geschminkt!), und ein Learning: Seitdem frage ich vor jedem Interview aktiv nach, ob es nur Audio ist oder auch Video mitläuft. Diese eine Frage gehört mittlerweile fest zu meiner Vorbereitung, egal wie sehr ich dem Host vertraue.

Mittlerweile frage ich außerdem, wo das Material später veröffentlicht wird. Denn „Video“ kann vieles bedeuten: eine komplette Folge auf YouTube, kurze Ausschnitte für Social Media oder einzelne Clips für andere Kanäle.

Die Frage lautet für mich deshalb heute nicht mehr nur: Wird Video aufgenommen? Sondern auch: Wo wird das Material anschließend verwendet?

Vor dem Podcast-Interview: deine Checkliste

Eine gute Vorbereitung entscheidet oft schon vor der Aufnahme, wie das Gespräch läuft.

#1 Sprich vorher mit dem Host

Ein kurzes Vorgespräch gibt euch beiden die Chance, euch kennenzulernen und zu prüfen, ob die Chemie passt. Für den Host ist das gleichzeitig die Gelegenheit, sich inhaltlich vorzubereiten. Nicht jeder Host bietet das von sich aus an, frag aktiv danach, wenn dir das wichtig ist.

#2 Frag nach dem Kernthema, nicht unbedingt nach allen Fragen

Kläre vorab, worum es im Gespräch genau gehen soll, denn das gibt dir Orientierung für deine Vorbereitung.

Einen vollständigen Fragenkatalog brauchst du meistens nicht, weil du vermutlich ohnehin zu deinem Expertenthema interviewt wirst. Wenn du jede Antwort vorher ausformulierst, klingt das Gespräch schnell einstudiert, und genau das nimmt ihm seine Lebendigkeit.

Bei komplexen, technischen oder sensiblen Themen kann es sinnvoll sein, einzelne Fragen oder Themenbereiche vorher zu kennen. Entscheidend ist nicht, möglichst unvorbereitet zu wirken, sondern natürlich zu antworten.

#3 Bereite deine Kernbotschaft vor

Überleg dir vor dem Interview eine Sache: Wenn die Hörer nach der Folge nur einen Gedanken von dir behalten, welcher soll das sein?

Diese Kernbotschaft hilft dir während des gesamten Gesprächs. Du musst sie nicht ständig wiederholen, aber sie gibt dir einen roten Faden.

Gerade wenn ein Gespräch abschweift oder der Host unerwartete Fragen stellt, weißt du dadurch besser, worauf du zurückkommen möchtest.

#4 Bereite dich inhaltlich vor

Hör dir ein paar Folgen des Podcasts an und lern den Frage-Stil des Hosts kennen. Prüf auch, ob das Format zu dir und deiner Marke passt. Wenn nicht, darfst du eine Einladung auch ablehnen.

Überleg dir außerdem zwei bis drei Anekdoten oder Beispiele, mit denen du deine wichtigsten Aussagen greifbar machst. Im Moment selbst fällt einem meistens nichts Passendes ein, deshalb lohnt sich die Vorbereitung.

Idealerweise passen diese Beispiele zu deiner Kernbotschaft. Notier dir zusätzlich kurz, worauf du auf jeden Fall eingehen möchtest. Das reicht oft schon, damit du vor Aufregung nichts Wichtiges vergisst.

#5 Kläre die Technik, inklusive der Video-Frage

Frag aktiv nach, ob nur Audio aufgenommen wird oder auch Video. Kläre außerdem, welches Tool zum Einsatz kommt, zum Beispiel Zoom, Riverside oder Zencastr.

Frag bei Video auch, wo die Aufnahme später erscheint. Wird die komplette Folge veröffentlicht oder werden einzelne Clips daraus erstellt?

Ein ordentliches Mikrofon macht dabei oft einen größeren Unterschied als ein teures Headset.

Mach kurz vor dem Gespräch einen Soundcheck: Mikrofon, WLAN, Handy im Flugmodus, ein ruhiger Raum, E-Mail und Slack geschlossen. Kleinigkeiten wie ein tickender Wecker im Raum oder eine laufende Klimaanlage stören mehr, als man denkt.

Im Interview: deine Botschaft ankommen lassen

#1 Verkaufe nicht, gib Mehrwert

Ein Podcast-Interview ist kein Verkaufsgespräch. Hörer merken schnell, wenn aus einem Gespräch eine Werbeshow wird, und das nimmt dem Interview viel von seinem Wert.

Konzentriere dich auf deine Erfahrung und deinen Mehrwert. Am Ende darfst du natürlich auf deine Website oder dein Angebot hinweisen, wenn das mit dem Host abgestimmt ist.

Expertenstatus entsteht im Podcast nicht dadurch, dass du möglichst kompliziert klingst oder jede Antwort auf dein Angebot zurückführst. Er entsteht durch nachvollziehbare Aussagen, konkrete Erfahrungen und Beispiele, die den Hörern wirklich weiterhelfen.

#2 Antworte zuerst, erklär danach

Lange, ausufernde Antworten wirken oft wie lautes Denken und ziehen das Gespräch unnötig in die Länge.

Versuch deshalb, zuerst direkt auf die Frage zu antworten und danach zu erklären.

Statt fünf Minuten Anlauf zu nehmen, bevor deine eigentliche Antwort kommt, sag zuerst, was du denkst. Danach kannst du den Hintergrund erklären oder ein Beispiel nennen.

Eine knappe Antwort überzeugt meist mehr als eine ausführliche Erklärung ohne erkennbaren Punkt. Das öffnet außerdem Raum für gute Nachfragen und hält das Gespräch lebendig.

#3 Bleib du selbst

Wer in jedem Interview dieselbe Geschichte in denselben Worten erzählt, klingt schnell einstudiert. Sprich natürlich statt möglichst gebildet, die Zielgruppe merkt den Unterschied. Für viele Hörer ist deine Anekdote neu, auch wenn du sie selbst schon oft erzählt hast.

Bleib offen für einen unerwarteten Moment im Gespräch. Eine ehrliche Meinung, eine Gegenfrage oder ein kleiner Widerspruch machen ein Interview lebendiger als das brave Frage-Antwort-Schema.

Was viele Podcast-Gäste falsch machen

Ich höre selbst sehr viele Podcasts und dabei stolpere ich immer wieder über Gäste, die völlig unvorbereitet ins Gespräch gehen. Das kostet Zeit, dem Host und den Hörern gleichermaßen. Und es kostet dich genau das, was du eigentlich aufbauen willst: deinen Expertenstatus.

Wenn du planlos ins Interview stolperst, merkt man das. Die Antworten wirken vage, konkrete Beispiele fehlen, und irgendwann schalten Hörer ab.

Auch übertriebene Eigenwerbung hilft nicht. Ebenso wenig lange Antworten, bei denen nach mehreren Minuten noch nicht klar ist, was du eigentlich sagen möchtest.

Ein weiterer Fehler ist, wenn du auf jede Frage unbedingt eine Antwort geben willst. Niemand erwartet, dass du alles weißt. Im Gegenteil, manchmal wirkt es kompetenter, die Grenze der eigenen Expertise klar zu benennen.

Expertenstatus entsteht nicht dadurch, dass du auf alles eine Antwort hast. Er entsteht dadurch, dass deine Antworten dort konkret und hilfreich sind, wo du wirklich etwas beizutragen hast.

Wie hoch die Durchhörquote bei einem völlig planlosen Gespräch am Ende ist, will ich mir gar nicht ausmalen.

Vorbereitung braucht keine Stunden: Ein bisschen Recherche (auch über den Host!), ein paar Notizen, eine klare Kernbotschaft und die eine Frage nach Audio oder Video reichen meistens schon.

Nicht jeder Tipp passt zu jedem Format. Bei einem spontanen, lockeren Podcast wirkt ein durchgeplanter Katalog an Antworten schnell steif. Und ein Vorgespräch ist bei vielen Formaten aus Zeitgründen schlicht nicht drin. Wäg deshalb ab, was zum jeweiligen Podcast passt, statt jede Checkliste stur abzuarbeiten.

Was tun bei schwierigen Fragen?

Nicht jede Frage wird so kommen, wie du sie erwartet hast. Manchmal fragt der Host nach einem Thema, zu dem du wenig sagen kannst. Manchmal steckt in der Frage eine Annahme, der du gar nicht zustimmst.

Dann musst du nicht improvisieren, nur damit sofort eine Antwort kommt.

Wenn du etwas nicht weißt, sag es. Wenn eine Frage außerhalb deiner Expertise liegt, darfst du das ebenfalls sagen. Und wenn du nicht genau verstehst, worauf der Host hinauswill, frag nach.

Du kannst auch einer Annahme widersprechen, solange du erklärst, warum du es anders siehst.

Gerade in solchen Momenten zeigt sich oft mehr Expertise als bei einer perfekt vorbereiteten Antwort. Niemand muss alles wissen. Aber du solltest wissen, wo deine eigene Erfahrung endet.

Wann du eine Einladung in den Podcast auch ablehnen darfst

Nicht jede Podcast-Einladung ist automatisch eine gute Gelegenheit.

Prüf vorher, ob die Zielgruppe zu dir passt und ob du zum geplanten Thema wirklich etwas beitragen kannst. Wenn du schon vor dem Gespräch merkst, dass das Thema weit außerhalb deiner Expertise liegt, ist eine höfliche Absage manchmal die bessere Entscheidung.

Auch das Format sollte zu dir passen. Wenn du kein Video möchtest, der Podcast aber grundsätzlich als Videoformat produziert wird, solltet ihr das vorher klären.

Dasselbe gilt, wenn du nicht weißt, wie deine Aufnahme später verwendet wird, oder wenn der Podcast offensichtlich nicht zu deiner Marke passt.

Eine Einladung abzulehnen, kostet dich keinen Expertenstatus. Ein Gespräch zu führen, bei dem du dich unwohl fühlst oder nichts Sinnvolles beitragen kannst, möglicherweise schon.

Nach dem Interview: der Schritt, den viele auslassen

Sobald die Episode online ist, kannst du den Host aktiv unterstützen. Teile die Folge aktiv auf deinen Kanälen, in deinem Newsletter oder in deinem Netzwerk. Das hilft dem Host, seine Reichweite zu vergrößern, und bringt gleichzeitig deinen Namen vor neue Ohren.

Eine Bewertung in den Podcast-Apps ist außerdem eine einfache Möglichkeit, dich beim Host zu bedanken und den Podcast sichtbar zu unterstützen.

Häufige Fragen

Was sollte ich als Podcastgast vorbereiten?
Kläre das Kernthema, deine Kernbotschaft, zwei bis drei Beispiele und die Technik. Hör dir außerdem vorher einige Folgen des Podcasts an, damit du weißt, wie der Host Gespräche führt.

Muss ich vor jedem Podcast-Interview ein Vorgespräch führen?
Nein, ein Pflichtprogramm ist das nicht, vor allem nicht, wenn ihr euch schon kennt. Viele Hosts verzichten aus Zeitgründen darauf. Wenn dir ein Vorgespräch wichtig ist, frag aktiv danach.

Darf ich mein Produkt im Interview erwähnen?
Ja, am Ende des Gesprächs ist das üblich. Wichtig ist, dass während des Interviews deine Expertise im Mittelpunkt steht und nicht der Verkauf.

Wie viele Anekdoten sollte ich vorbereiten?
Zwei bis drei gute Beispiele für deine wichtigsten Aussagen reichen meist aus. Wichtiger als die Anzahl ist, dass die Beispiele zu deinen Kernbotschaften passen.

Brauche ich als Podcastgast ein eigenes Mikrofon?
Ein guter Ton macht einen deutlichen Unterschied. Frag den Host vorher, welche Technik empfohlen wird, und mach vor dem Gespräch einen kurzen Soundcheck.

Sei ein guter Podcastgast, das lohnt sich für alle Seiten. Dann hören Menschen deinen Podcast, abonnieren deinen Newsletter, und wenn dein Angebot passt, werden sie zu deinen Kunden.

Welche Podcast-Panne ist dir schon passiert? Schreib sie in die Kommentare!

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2 Kommentare
  1. Beatrice Krammer | OnlineMagie
    Beatrice Krammer | OnlineMagie sagte:

    Liebe Barbara,
    danke für diesen hilfreichen Beitrag und deine Erfahrungen. Ich mag Podcastinterviews sowohl als Host (früher) als auch als Gast und hatte dabei schon richtig nette Gespräche. Authentisch zu bleiben und aus dem Interview kein Verkaufsgespräch zu machen, sind für mich ebenfalls wichtigste Punkte.
    Zauberhafte Grüße
    Beatrice

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