Ein schwarzes Mikrofon auf einem Schreibtisch, daneben große Kopfhörer, eine Computermaus und ein unscharfer Monitor, auf dem Kennzahlen zu sehen sind; im Hintergrund steht eine Grünpflanze. In der unteren rechten Ecke steht der Schriftzug "Micro Audio Symposium".

Podcast-Kennzahlen: Was deine Zahlen wirklich verraten

Du veröffentlichst eine neue Episode, schaust danach kurz auf deine Downloads und weißt eigentlich nicht, was diese Zahl dir sagen soll. Zu wenig? Zu viel? Gut genug?

Die meisten Podcasterinnen und Podcaster starten mit einer einzigen Kennzahl im Blick: den Downloads. Dabei gibt es ein paar einfache Zahlen, die dir viel mehr verraten, nämlich ob dein Podcast wirklich gehört, gemocht und weiterempfohlen wird.

Dieser Beitrag zeigt dir die 5 wichtigsten Kennzahlen für Einsteiger, wo du sie findest und wie du sie richtig liest.

Podcast-Analytics für Einsteiger: Diese 5 Zahlen brauchst du wirklich

Analytics klingen erstmal trocken. Aber was bringt es, regelmäßig Podcast-Episoden zu veröffentlichen, ohne je zu wissen, ob sie überhaupt bei deinem Publikum ankommen?

Deine Analytics zeigen dir,

  • welche Themen bei deinen Hörerinnen und Hörern wirklich ankommen,
  • ob du zu lange brauchst, bis du zum Punkt kommst,
  • ob dein Podcast von Monat zu Monat wächst oder stagniert.

Du musst nicht jede Zahl im Blick haben. Aber 4–5 Kennzahlen regelmäßig zu checken, macht einen echten Unterschied.

Hört da überhaupt jemand zu? Diese 5 Podcast-Kennzahlen zählen

#1 Downloads pro Episode

Downloads sind die bekannteste Kennzahl und gleichzeitig die am meisten missverstandene. Ein Download bedeutet: Jemand hat deine Episode heruntergeladen oder gestreamt. Ob sie diese auch wirklich gehört haben, steht auf einem anderen Blatt.

Schau dir nicht eine einzelne Zahl an, sondern den Trend. Steigen die Downloads von Episode zu Episode? Dann machst du etwas richtig. Gibt es bestimmte Episoden mit besonders vielen Downloads? Dann weißt du, welche Themen deine Zielgruppe interessieren.

Richtwert für Einsteiger: Unter 100 Downloads pro Episode in den ersten 3 Monaten ist völlig normal. Viele erfolgreiche Podcasts haben genau dort angefangen.

#2 Unique Listeners

Hinter diesem Begriff steckt eine simple Idee: Wie viele einzelne Menschen hören deinen Podcast und zwar unabhängig davon, wie oft sie hören oder auf welchem Gerät.

Wenn du 300 Downloads hast, aber nur 200 Unique Listeners, bedeutet das, dass manche Episoden mehrfach abgerufen wurden, zum Beispiel von jemandem, der sie auf dem Handy und später noch mal am Laptop gehört hat.

Unique Listeners sind deine echte Reichweite. Diese Zahl zeigt dir, wie groß deine tatsächliche Zuhörerschaft ist.

#3 Episode Completion Rate

Die Completion Rate (abgeschlossene Wiedergaben) zeigt dir, wie viel Prozent deiner Hörerinnen und Hörer eine Episode bis zum Ende gehört haben. Sie ist die ehrlichste Kennzahl, die du hast, denn sie zeigt dir, ob dein Content wirklich hält, was der Titel verspricht.

Das sagen dir die Werte:

  • Über 70 % ist großartig, denn deine Hörer bleiben dabei.
  • 60–70 % sind ein guter Durchschnitt für die meisten Podcasts.
  • Unter 50 % ist ein Wert, wo du tiefer graben solltest: Wo springen die meisten ab? Ist dein Intro zu lang? Verlierst du den roten Faden?

Tipp: Spotify for Podcasters zeigt dir sogar, an welcher Stelle in der Episode die meisten Hörer aufhören. Das ist extrem wertvoll.

#4 Abonnenten- und Follower-Wachstum

Wer deinen Podcast abonniert oder folgt, bekommt neue Episoden automatisch. Das ist ein tolles Signal, denn diese Person sagt damit: „Ich will mehr von dir hören.“

Schau nicht nur auf die absolute Zahl, sondern auf die Entwicklung. 50 neue Follower in einem Monat können wichtiger sein als 500 Follower insgesamt, die sich seit einem halben Jahr nicht bewegt haben.

Richtwert: Ein Wachstum von 5–10 % pro Monat ist für Einsteiger ein gutes Ziel.

#5 Listener Retention

Die Listener Retention zeigt dir, wie viele deiner Hörer regelmäßig wiederkommen. Wenn wer einmal reinhört, ist das schön. Wer aber immer wieder zurückkommt, gehört zu deiner Fan-Community.

Eine hohe Retention bedeutet, dass dein Podcast einen echten Platz im Alltag deiner Zielgruppe gefunden hat. Das ist das Ziel.

Diagramm mit einer zentralen Pyramide, von der Pfeile zu fünf Icons mit Text führen: Wichtige Kennzahlen wie Downloads pro Episode, Unique Listeners, Episode Completion Rate, Abonnenten- und Follower-Wachstum sowie Listener Retention.

Downloads pro Episode – nur bedingt vergleichbar

Über die Kennzahl „Downloads“ haben wir oben schon gesprochen. Sie ist die intuitiv verständlichste Messgröße. Doch gleichzeitig ist sie nur begrenzt aussagekräftig. Stell dir vor, beim Blick auf seine Downloadzahlen fallen dir 2 Episoden besonders auf:

  • Die eine wurde schon vor gut einem Jahr veröffentlicht. Sie hat stolze 823 Downloads.
  • Die andere Episode hast du vor 3 Wochen veröffentlicht. Sie hat 82 Downloads vorzuweisen.

Welche ist erfolgreicher?

Die Antwort ist: Das kann man so nicht sagen. Die eine Episode hatte schließlich gut 12 Monate Zeit, Downloads einzusammeln, die andere nur 3 Wochen. An dieser Stelle musst du berücksichtigen, wie Menschen Podcasts hören.

Im Normalfall hast du viele Stammhörer, so dass die Episoden immer kurz nach Veröffentlichung am meisten gehört werden. Danach tröpfeln nur noch vereinzelte Downloads herein. Doch diese können sich über die Zeit aufsummieren. Menschen schauen nämlich auch gezielt ins Podcastarchiv und hören sich interessante ältere Episoden an.

Die absoluten Downloadzahlen sind also kaum vergleichbar. Manche Podcast-Hoster, wie z. B. Libsyn, bieten hier Abhilfe. Sie zeigen zusätzlich die Downloads in den ersten 7, 30 und 90 Tagen. So werden ältere und neuere Episoden vergleichbar. Du kannst jetzt schauen, welche in den ersten 30 Tagen mehr Downloads hatte.

Podcast-Downloads in den ersten 7, 30 und 90 Tagen - Screenshot aus den Libsyn Podcast Statistiken

Screenshot aus den Podcast-Statistiken bei Libsyn

Schnell-Tests: So analysierst du deinen Podcast in 10 Minuten

Der Abbruch-Test

Öffne die Completion Rate deiner letzten 5 Episoden. Gibt es eine, die deutlich schlechter abschneidet? Hör dir diese Episode selbst noch einmal an. Läuft das Intro zu lang? Gibt es eine Stelle, an der du den roten Faden verlierst? Genau dort verlierst du auch deine Hörer.

Der Wachstums-Check

Vergleiche deine Downloads aus Monat 1, Monat 3 und Monat 6. Steigen sie? Wenn ja, funktioniert dein Content. Stagnieren sie? Dann lohnt sich ein Blick auf deine Episoden-Titel und -Beschreibungen. Oft liegt das Problem nicht im Audio, sondern darin, dass potenzielle Hörer erst gar nicht auf dich aufmerksam werden.

Wo findest du die Statistiken für deinen Podcast?

Du brauchst keine teuren Tools. Für den Start reicht folgendes:

  • Spotify for Podcasters: kostenlos, übersichtlich, zeigt Streams, Completion Rate und Hördauer. Perfekt für Einsteiger.
  • Apple Podcasts Connect: ebenfalls kostenlos, besonders gut für Completion-Daten und Informationen zu deinen Gerätetypen.
  • Dein Podcast-Hoster (z. B. Podigee, Buzzsprout, Anchor, HelloAudio*): gibt dir eine Gesamtübersicht über alle Plattformen hinweg.

Starte mit Spotify for Podcasters. Die Oberfläche ist intuitiv und liefert dir alle wichtigen Zahlen auf einen Blick.

Die häufigsten Anfängerfehler bei der Auswertung

Fehler #1: Nur auf Downloads achten

Downloads sagen dir, wie viele Menschen deine Episode angeklickt haben, aber nicht, ob sie auch zugehört haben. Wer nur Downloads misst, sieht nur die halbe Wahrheit.

Fehler #2: Nach 5 Episoden aufgeben

Podcasts brauchen Zeit. Verlässliche Muster in deinen Daten erkennst du frühestens nach 20–30 Episoden. Vorher sind Schwankungen normal und kein Grund zur Panik.

Ein Podcast lohnt sich auf jeden Fall als langfristiges Marketing-Tool!

Fehler #3: Plattformen direkt vergleichen

Ein Spotify-Stream ist nicht dasselbe wie ein Apple-Download. Beide Plattformen messen unterschiedlich. Vergleiche deshalb Zahlen immer innerhalb einer Plattform und nicht zwischen verschiedenen.

Fehler #4: Kennzahlen ohne Kontext lesen

500 Downloads klingen wenig? Für einen Nischen-Podcast im B2B-Bereich können das herausragende Zahlen sein. Vergleiche dich mit dir selbst und nicht mit Podcasts aus völlig anderen Bereichen.

Key Takeaways:

  • Downloads sind ein guter Startpunkt, aber die Completion Rate zeigt dir, ob dein Content wirklich funktioniert
  • Wachstum erkennst du nicht an einer einzelnen Zahl, sondern an der Entwicklung über mehrere Monate
  • Du musst nicht alles messen, aber 3–4 Kennzahlen regelmäßig im Blick zu haben, macht einen echten Unterschied
  • Fehler gehören dazu: Lass die Zahlen für dich arbeiten, statt dich von ihnen entmutigen zu lassen

Welche Kennzahl schaust du dir als erstes an? Schreib es gerne in die Kommentare, oder teile diesen Beitrag mit jemandem, der gerade mit seinem Podcast gestartet hat.

Du überlegst, einen Podcast zu starten? Dann hol dir Dagmars Podcast-Starter-Audiokurs.

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